Alles Wissenswerte über Reboarder und Kindersitze

Dein Baby ist für die erste Babyschale zu groß und nun muss ein neuer Kindersitz her!
Es sollte ein Reboarder werden, denn die Kleinen sollen nach Möglichkeit noch eine Weile gegen die Fahrtrichtung fahren. Es gibt viele Marken und Modelle, da fällt die Auswahl schwer. Welcher Reboarder soll es werden und auf was muss ich achten? Wir haben in diesem Blogbeitrag die wichtigsten Details zusammengefasst und hoffen, dass wir Dir die Entscheidung vereinfachen können!

Was ist ein Reboarder?

Ein Reboarder ist ein Kindersitz, der rückwärtsgerichtet im Auto montiert wird. Nach UN ECE Reg. 44 müssen die Kleinen bis zu einem Gewicht von 13 kg grundsätzlich mit dem Rücken zur Fahrtrichtung transportiert werden, nach der aktuellen i-Size-Norm (UN ECE Reg. 129) ist das sogar bis zu einem Alter von 15 Monaten Vorschrift.

Was sind die Kaufkriterien für einen Reboarder?

Sicherheit und Prüfsiegel. Kein Kauf ohne die Norm UN ECE R129 oder UN ECE R44 03 bzw. 04. Beides sind interna­tionale Normen, die mitt­lerweile in mehr als 60 Ländern gelten. Der orangefarbene Aufkleber zeigt, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist. R129 steht für i-Size mit Isofix-Anker und sortiert die Kindersitze nach Körpergröße des Kindes. Bei der R44 geht es nach Gewicht des Kindes.

Preis. Die Preise gehen von 80 € bis 1000 €. Alle Reboarder unter 300 € haben es nicht unter die Top 20 der Stiftung Warentest gebracht. Die R44 ohne Isofix sind generell etwas günstiger als die R129 Reboarder. Hier hängt die Auswahl natürlich auch von den Möglichkeiten eures Autos ab.

Handhabung und Komfort. Manche Reboarder sind drehbar, andere nicht.
Tipp: Entscheidet ihr euch für einen drehbaren Reboarder, kann man das Baby sehr bequem zur Türe gerichtet hineinsetzen. Zudem fanden wir die Ruhepositions-Funktion für lange Fahrten sehr praktisch. Hierbei kann man den Sitz ein wenig mehr zu einer Liegeposition umstellen und die Kleinen schlafen richtig gut.

Befestigungsart. Es gibt die Isofixhalterungen und reine Gurtbefestigungen. Einige Isofix-Kindersitze haben zusätzlich einen Haltegurt am oben Ende der Rückenlehne. Das ist eine Alternative oder Ergänzung zum Stabilisationsfuß im Fußraum (Fuß-Top Tether genannt). Wenn das Auto darauf ausgelegt ist, nutzt diese Möglichkeit., damit der Sitz maximal sicher ist.

Zubehör. Typische Accessoires sind Verkleinerungen für den Sitz, Sonnenschutz und Stützfuß.

Reinigung. Neigt das Kind zu Allergien oder Übelkeit beim Fahren? Dann entscheidet euch auf jeden Fall für einen waschbaren Bezug und wascht diesen vor dem ersten Gebrauch.

Schadstoffarm. Schadstoffe gehören nicht in Kindersitze und doch kommt es vor. Schaut euch Testergebnisse und Sicherheitssiegel an.

Aktualität. Kindersitzhersteller bringen relativ häufig neue Sitzmodelle und Nachfolgemodelle auf den Markt. Schaut euch die Neuerungen des Nachfolgemodells an. Manchmal kann man mit einem Vorjahresmodell Geld sparen, ohne die Sicherheit zu minimieren.

Tipp: Wir lassen uns gerne von einem kompetenten Laden vor Ort beraten. Hier kann man sich die Unterschiede der Kindersitze erklären lassen und die Kaufentscheidung an die Maße des eigenen Kindes anpassen. Manchmal bekommt man auf Nachfrage auch hier einen Preisnachlass und Internet nahe Preise.

Für welchen Reboarder habe ich mich entschieden und warum?

Als Reboarder haben wir uns für ein Dualfix M i-Size Modell von Britax Römer entschieden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war sehr gut. Alle Standardanforderungen hat der Sitz (Sicherheit, Schadstoffarm, Isofix usw.) erfüllt und es gab eine Art Liegeposition für längere Fahrten.

Im Detail empfehle ich euch diese Übersicht der Dualfix-Modelle als Entscheidungshilfe.

Unter dem Sitz hatten wir diese kurze Sitzauflage, da sonst vermutlich der Sitz beschädigt worden wäre.

Aktuell fahren wir mit dem neuen Kindersitz von Britax Römer Kidfix i-Size, da er unten noch eine Lasche für den Beckengurt hat und dadurch im Zweifelsfall nicht durchrutschen kann und nicht in den Bauch einschneidet. Es gibt hierzu noch kein Amazon-Angebot.

Warum ist es besser im Reboarder rückwärts zu fahren?

Es gibt verschiedene Analysen und Studien. Unterm Strich sinkt die Verletzungsgefahr um etwa 80 Prozent, wenn das Kleinkind gegen die Fahrtrichtung angeschnallt ist, denn:

  1. Der Körper des Kindes wird ganzheitlich in den Sitz gedrückt.
  2. Der schwere Kopf belastet die Nackenmuskulatur nicht. Kinderköpfe sind überproportional groß. Der Kopf eines Erwachsenen wiegt im Verhältnis zum Körpergewicht nur noch ein Drittel und die Muskulatur wird von Tag zu Tag stärker.

Generell gilt, dass fast 70 Prozent der Unfälle Frontalunfälle sind und statistisch nur sehr wenige Unfälle mit Heckaufprall passieren.

Wie lange sollte ein Kleinkind im Reboarder rückwärts fahren?

Wir haben unseren Sohn ca. 18 Monate rückwärts fahren lassen und danach umgedreht. Das entspricht der Expertenempfehlung. Ab dem 32 Monat haben wir den Reboarder gegen einen Kindersitz ausgetauscht, da er mit 100 cm Körpergröße einfach zu lang für den Reboarder war.

Passen andere Kindersitze oder Passagiere neben den Reboarder?

Das ist stark abhängig vom Modell, dem Auto und den Passagieren. Unsere Nachbarn haben einen Touran und drei Kinder mit Kindersitzen und Babyschalen. Das größte Kind sitzt ohne Sitz in der Mitte, links und rechts sitzen die kleineren Kinder. Es ist eng, aber man kann damit in den Urlaub fahren.

Was passiert mit den Kinderbeinen im Reboarder?

Die Kinder winkeln die Beinchen an oder legen sie übereinander. Wenn man unseren Sohn im Reboarder beobachtet, wirkt auch eine längere Fahrt nicht unbequem.

Wird Kindern beim Rückwärtsfahren nicht schlecht?

Bis zum zweiten Lebensjahr muss man sich keine Sorgen machen. Der Gleichgewichtssinn entwickelt sich erst nach und nach und sorgt daher erst ab Jahr zwei für Unwohlsein. Die Kleinen werden eher unzufrieden, da sie gegen die Fahrtrichtung weniger sehen können.

Was sind die Nachteile eines Reboarders?

Viele Nachteile lassen sich schnell entkräften.

Die Kinderbeine werden eingeklemmt – Kinder sind sehr gelenkig und waren vorher mehrere Monate in einem Bauch.

Der Blickkontakt ist nicht vorhanden. – Wir hatten uns einen Rückspiegel für unseren Sitz gekauft, um unserem Sohn zu beobachten. Nach der vierten Woche war auch Autofahren Routine und der Spiegel wurde nicht mehr genutzt.

Reboarder können aufgrund der Fliehkräfte leichter brechen und sind daher nicht so sicher bei einem 90 Grad – Aufprall. – Aus diesem Grund sind Reboarder sehr viel massiver gebaut als andere Kindersitze.

Unterm Strich bleibt nur der hohe Preis als Nachteil, da die Produkte deutlich komplizierter konstruiert sind.

Kann man einen Reboarder auf den Beifahrersitz stellen?

Grundsätzlich ist es nicht verboten, Kinder auf dem Vordersitz sitzen zu lassen. Jedoch müssen sie mit einem für ihr Alter geeignetem Autokindersitz festgeschnallt sein. Von Autohersteller zu Autohersteller gibt es noch zusätzliche unterschiedliche Vorgaben, z.B. die Position des Beifahrersitzes. Aber bei allen Herstellern und allen Modellen MUSS der Beifahrer-Airbag deaktiviert werden.

Im Urlaub sollte man nochmal kurz vorher die Regelungen des jeweiligen Urlaubslands checken, um auf Nummer sicher zu gehen. Allerdings solltet ihr mit den gängigen Modellen keine Schwierigkeiten bekommen.

Gibt es auch Reboarder ohne Isofix und nur mit Gurt?

Ja, nahezu alle Reboarder, die man unter der Norm R44 findet, werden nur mit einem Gurt befestigt. Wir haben in einem Toyota Yaris der Großeltern immer einen Sitz von Britax Römer ohne Isofix verwendet. Auf unseren Flugreisen haben wir diesen Sitz einfach ins Sperrgepäck gegeben und zum Beispiel mit nach Thailand genommen.

Was sind die am häufigsten verkauften Reboarder?

Aktuelle Angebote unter den am häufigsten verkaufen Reboardern. Die Preise werden stündlich neu hochgeladen.

Was empfiehlt der ADAC zum Thema 360 Grad – Kindersitze?

Der frei verfügbare Test des ADAC ist eine große Hilfe rund um Babyschalen, Reboarder und Kindersitze. Hier geht es zu den Ergebnissen.

Gibt es einen Reboarder Test der Stiftung Warentest?

Es gibt einen allgemeinen Test aller Kindersitze und die Reboarder waren Teil des Tests. Hier geht es zu den Ergebnissen für 5,00 Euro Gebühr.

Der Vorgänger unseres Britax Römer Kidfix i-Size wurde mit der Note 1,8 bewertet.

Alles über reboarder. Empfehlungen und Kaufkriterien

Was habt ihr für Erfahrungen rund um Reboarder und das Handling gelernt? Habt ihr Fragen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

2 Kommentare zu „Alles Wissenswerte über Reboarder und Kindersitze“

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