fliegen in der Schwangerschaft

Fliegen in der Schwangerschaft – Alle Tipps!

„Wie du willst nochmal fliegen? Ist das nicht gefährlich?“

Wer vor dem großen Tag der Geburt nochmal in den Urlaub fliegen oder beruflich vor dem Mutterschutz noch ein paar Geschäftstermine in der Ferne erledigen möchte, stellt sich sicher die Frage: Wann und wie lange darf man in der Schwangerschaft fliegen? Was genau macht das Fliegen in der Schwangerschaft angeblich so gefährlich? Und worauf muss ich achten, falls ich in der Schwangerschaft fliege? Diese Fragen und mehr wollen wir dir im folgenden Artikel beantworten.

Hinweis: Bevor hier Unmut entsteht. Jeder trifft individuelle Entscheidungen und das ist gut so! Im Folgenden schreibe ich meine Informationen und Gedanken zusammen, jedoch bin ich kein Arzt und es handelt sich um eine persönliche Empfehlung!

Wann darf man fliegen in der Schwangerschaft?

Die wichtigste Frage, die sich zum Reisen als werdende Mutter stellt, ist: Wann oder wie lange darf man in der Schwangerschaft fliegen? Gerade Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, sind sich den Reiseeinschränkungen in den Monaten bis zur Geburt nicht bewusst. Daher wollen wir im Folgenden die wichtigsten Fragen dazu beantworten.  

Darf man in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten fliegen?

Grundsätzlich ist Fliegen in der Schwangerschaft kein absolutes No-Go und durchaus erlaubt. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte. Dazu gehört auch, dass man weiß, wann es riskant sein könnte zu fliegen.

In den ersten drei Monaten wird vom Fliegen abgeraten. Das liegt daran, dass die Schwangerschaft noch recht sensibel ist und eine größere Gefahr des Auftretens einer Fehlgeburt besteht. Außerdem leiden werdenden Mütter vermehrt unter Müdigkeit und Übelkeit. Jede Form von unnötiger Belastung sollte vermieden werden. Dazu gehören auch aufwändige Flugreisen.

Optimale Flugzeit in der Schwangerschaft: Zweites Trimester

Im zweiten Trimester, also zwischen der 13. und 28. Schwangerschaftswoche darf man ohne schlechtes Gewissen fliegen. In diesem Zeitraum fühlt sich der Körper und das Kind meistens fit, beide haben sich an die neue Welt gewöhnt. Die Entwicklung des Fötus ist weiter vorangeschritten und nicht mehr so stark externen Risiken ausgesetzt.

Ab dem dritten Semester darf man bei den meisten Fluggesellschaften nur noch mit ärztlichem Attest fliegen. Solltest du zu diesem Zeitpunkt nochmals fliegen wollen, sprich mit deinem Gynäkologen. Er kann dich beraten und dir ggf. auch ein Attest ausstellen.

Kann man im 8. Monat noch fliegen?

Ab der 30. Woche kann das Fliegen mit Babybauch zur Herkulesaufgabe werden, denn es wird schon ziemlich eng in einem Flugzeug. Ob der Gang zur Toilette oder eine vollgepackte Mittelreihe, der Bauch ist möglicherweise schon ziemlich im Weg und man findet keine gemütliche Sitzposition mehr.

Ab der 36. Woche sollte auf das Fliegen in der Schwangerschaft auf jeden Fall verzichtet werden. Falls dein Baby früher kommt und sich dazu entscheidet hoch über den Wolken das Licht der Welt zu erblicken, haben du, alle anderen Passagiere und die Crew eine interessante Geschichte zu erzählen. Dennoch nicht empfehlenswert!

Ein generelles Flugverbot für werdende Mütter gibt es allerdings nicht. Selbst die Pflicht ein Arztattest vorzulegen ist von Airline zu Airline und Land zu Land unterschiedlich. Am besten du informierst dich vorab bei der Airline und sprichst mit deinem Arzt des Vertrauens.

 

Wie gefährlich ist Fliegen in der Frühschwangerschaft?

Auf jedem Flug, ob schwanger oder nicht, setzt man sich einer erhöhten Strahlenbelastung aus. Grund hierfür ist der geringere Schutz vor kosmischer Höhenstrahlung im Flugzeug. Umso höher die Flughöhe, desto stärker die Belastung.

Ab der fünften Schwangerschaftswoche entwickeln sich im Körper des Fötus sämtliche Organe. Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass Fehlbildungen auftreten könnten, wenn sich Mütter in der Frühschwangerschaft dieser Strahlenbelastung aussetzen. Daher sollte man in den ersten Monaten der Schwangerschaft bis zur 13. Woche komplett auf das Fliegen verzichten oder zu mindestens nur Kurzstreckenflüge in Betracht ziehen.

Welche Probleme treten beim Fliegen in der Schwangerschaft eventuell auf?

Thrombose – In der Schwangerschaft ist die Thrombose-Gefahr erhöht. Zudem ist allgemein bekannt, dass durch das lange Sitzen auf Flugreisen Thrombose für jeden Passagier ein Risiko darstellen könnte. Anbei ein paar Tipps um einer Thrombose vorzubeugen: Thrombose-Strümpfe tragen, ausreichend Wasser trinken, für Bewegung während des Fluges sorgen (die Gänge auf und ab laufen und auch leichte Übungen im Sitzen machen).

Werdende Mütter, die unter folgenden Komplikationen in der Schwangerschaft leiden, sollten auf jeden Fall auf Fliegen verzichten:

  • Herzkreislaufprobleme
  • Blutarmut
  • Vorzeitige Wehen
  • Neigung zu Früh- oder Fehlgeburt
  • Placenta Praevia

Falls Zweifel bestehen und du dir nicht sicher bist: frage deinen Gynäkologen und lasse dich von ihm beraten!

Was sagt speziell die Lufthansa zum Fliegen in der Schwangerschaft?

Die Lufthansa bittet alle Schwangeren ab der 36. Woche dieses Attest mitzubringen. Bis zum Ende der 36. Schwangerschaftswoche, bzw. bis vier Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin können werdende Mütter mit einem unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf ohne gynäkologisches Attest mit Lufthansa fliegen.

Checkliste zum Fliegen in der Schwangerschaft – Was man auf jeden Fall beachten sollte!

Falls der Arzt die Flugreise absegnet und du startbereit für den Urlaub in der Ferne bist, dann können dir die folgenden Tipps bei der Vorbereitung und während der Reise helfen, einen klaren Kopf zu behalten und nichts zu vergessen.

  • Checke vor der Buchung des Flugs die Beförderungsbedingungen der gewünschten Airline. Es gibt kein einheitliches Regelwerk, was das Fliegen in der Schwangerschaft angeht und jede Fluggesellschaft hat ihre eigenen Bestimmungen.
  • Ab der 28. Schwangerschaftswoche verlangen viele Airlines eine Bescheinigung zur Gesundheit und Flugtauglichkeit der werdenden Mutter. Das Attest bekommt man beim Gynäkologen. Einige Fluggesellschaften stellen sogar online Vorlagen für das Attest zur Verfügung. Es sollte allerdings beim Antritt der Reise nicht älter als zwei Wochen sein.
  • Zusätzlich ist es immer gut eine Reiserücktrittsversicherung in der Schwangerschaft abzuschließen. So kann man bei Komplikationen die Reise stornieren, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen.
  • Während der Reise gehören Mutterpass und Attest unbedingt ins Handgepäck und nicht in den eingecheckten Koffer. Eine Liste mit Notfallkontakten und der Telefonnummer des Frauenarztes hinzustecken, ist auf jeden Fall eine gute Idee.
  • Am besten du buchst vorab einen Sitzplatz am Gang, sodass du jederzeit aufstehen kannst und der Bauch und die Beine genug Platz haben. Die Blase macht sich ja bekanntlich in der Schwangerschaft öfters bemerkbar als sonst.
  • Wie schon erwähnt, ist die Thrombose-Gefahr beim Fliegen, sowie während der Schwangerschaft höher als sonst. Daher sollte man unbedingt lockere Kleidung tragen, sowie Thrombose-Strümpfe einpacken und eventuell bereits vor dem Flug anziehen.
  • Außerdem ist es ratsam, während der Flugreise viel zu trinken, um nicht zu dehydrieren und Blutgerinnseln vorzubeugen. Wer ganz bestimmte Kräutertees während der Schwangerschaft trinken möchte, sollte sich die passenden Teebeutel ins Handgepäck stecken und das Flugpersonal nur um eine Tasse und heißes Wasser bitten.
  • Während des Fluges sollte man sich häufig bewegen. Ob aufstehen und den Gang entlanglaufen oder im Sitzen Fuß- und Beinbewegungen durchführen, beides ist für eine bessere Durchblutung von Vorteil.

Mit dieser Checkliste und der Antwort zu der Frage ‚Wann darf man in der Schwangerschaft fliegen? ‘, fühlst du dich hoffentlich dazu bereit, deinen Urlaub in der Schwangerschaft zu planen.

Sollte man sich im Flugzeug als Schwangere mit dem Gurt anschnallen?

Alle Passagiere müssen sich aus Sicherheitsgründen mit einem Beckengurt anschnallen. Ähnlich wie im Auto ist das Anschnallen mit einem Schwangerschaftsbauch unbequem und auch gefährlich. Bei einem Aufprall oder einem Luftloch wird der Gurt in den Bauch einschneiden. Legt den Gurt möglichst tief an und nutzt wenn möglich ein Kissen. Je besser ihr die kleinen Wackler abfedert, umso besser. Im Falle einer lebensgefährlichen Situation seid ihr aber nach wie vor angeschnallt.

Tipp: Es gibt auch Gurtverlängerungen. Einige Airlines stellen sie Schwangeren automatisch zur Verfügung. Bei anderen muss man fragen.

Ist die Höhenstrahlung im Flugzeug für Schwangere gefährlich?

Laut Bundesamt für Strahlenschutz ist der Grenzwert für Strahlung im Jahr 1 mSV (Millisievert). Ein Flug nach Rio entspricht 0,02-0,03 mSv und ein Flug nach Tokyo erreicht maximal 0,11 mSv. Je nach Flughöhe und Flugdauer gibt es Schwankungen. In den ersten vier Wochen einer Schwangerschaft gelten 50 – 100 mSv als Schwellwert, die dazu führen können, dass sich die Eizelle nicht einnistet oder sich die Zellen nicht wie gewünscht teilen.

Ab der vierten bis zur zehnten Woche gilt ein Schwellwert von 300 mSv als problematisch.

Ein Flug allein ist hier nicht schädlich. Aber in der Regel kann es auch in einer Schwangerschaft zu Komplikationen kommen und man muss geröngt werden. Im schlimmsten Fall muss man eine Computertomografie des Beckens oder des Bauchs durchführen und dann summiert sich die Strahlungsbelastung.

In dieser Broschüre hat das Bundesamt die Auswirkungen sehr genau beschrieben.

 

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