Du willst mit den Kindern in einem Baumhaus schlafen und suchst Informationen zum Natur-Resort Tripsdrill? Wir haben die Baumhäuser bei Cleebronn getestet: einen Tag im Freizeitpark, einen Tag im Wildpark und dazwischen eine Nacht oben zwischen den Bäumen. Wir haben uns pudelwohl gefühlt und werden diesen Wochenendtrip nie vergessen.

Weil so eine Nacht aber auch Haken hat, die man vorher kennen sollte – keine Küche, eine steile Leiter im Baumhaus, Preise jenseits von 300 € am Wochenende –, kommen hier zuerst die Fakten und dann unsere Tipps aus der Praxis.

Das Wichtigste für Eilige

  • Lage: bei Heilbronn in Baden-Württemberg, direkt im Wildpark Tripsdrill. Zum Freizeitpark sind es rund 2 km.
  • Unterkünfte: ca. 36 Baumhäuser für 4 bis 8 Personen und 20 Schäferwagen.
  • Ausstattung: massiv gebaut, Fußbodenheizung, Bad mit Dusche, TV, Internet, kleiner Kühlschrank – aber keine Küche. Vom Standard her etwa zwei Sterne.
  • Frühstück: in der Sau-Schänke mitten im Wildpark, ca. 600 m bergauf.
  • Zeiten: Anreise ab 14 Uhr, Abreise bis 11 Uhr. Sehr fair.
  • Preise: ab 165 € pro Nacht unter der Woche, am Wochenende eher 330 € und mehr. Der Wildpark-Eintritt ist immer inklusive, auf den Freizeitpark gibt es 10 € Rabatt.
  • Gibt es nicht: Schwimmbad, Indoor-Spielplatz. Das hier ist ein Wochenend-Abenteuer, kein Ziel für eine ganze Urlaubswoche.
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Tipp 1: Ab welchem Alter sind die Baumhäuser geeignet?

Vorab: Die Baumhäuser sind nicht gefährlich. Aber für kleine Kinder bis 6 Jahre herrscht eine gewisse Absturzgefahr, und unter drei Jahren muss man relativ gut aufpassen. Die Außentreppe wird bei Regen nass und rutschig, und die Treppe beziehungsweise Leiter im großen Baumhaus ist relativ steil.

Wichtig zu wissen: Die Baumhäuser bis 4 Personen haben diese Innenleiter nicht. Wenn ein Kleinkind mitkommt, ist das die entspanntere Wahl. An der Rezeption kann man außerdem einen Rausfallschutz leihen, und in den großen Baumhäusern ist auf der Elternetage noch Platz für ein Reisebett.

Tipp 2: Was du beim Buchen beachten solltest

Auf verschiedene Angebote gibt es immer wieder einen Frühbucherrabatt von 10 %. Beim Preisvergleich ist mir aber aufgefallen, dass die Preise bei booking.com* mit Genius-Rabatt etwas günstiger waren als die auf der offiziellen Website. Sonst gibt es im Internet keine Schnäppchen.

Plane trotzdem früh: Vor Ort war selbst im September noch alles komplett ausgebucht. Wir haben spontan vor Ort auf gut Glück gebucht – das war Glück, kein Plan.

Preislich fängt es bei rund 160 € unter der Woche und in der Nebensaison an und endet bei 400 bis 500 € an Feiertagen für die großen Baumhäuser für bis zu 8 Personen.

Und weil die Frage immer kommt: Baumhaus oder Schäferwagen? Ganz klar Baumhaus. Die Schäferwagen sehen romantisch aus und sind eine schöne Sache, aber die Baumhäuser sind eine Liga für sich.

Der Lageplan des Natur-Resorts Tripsdrill mit Baumhäusern und Schäferwagen
Der Lageplan des Natur-Resorts – Quelle: Tripsdrill

Tipp 3: Die Anreise und wo du parkst

Idealerweise kommst du mit dem Auto, denn die Züge fahren nur bis Bietigheim-Bissingen. An der Rezeption gibt es einen Sonderparkschein, mit dem man auf dem Parkplatz direkt an den Baumhäusern parken darf. Der Bezug ist dadurch extrem komfortabel.

Wir haben das Gepäck mit unserem Bollerwagen transportiert. Ideal ist das nicht: Die Reifen funktionieren auf den Rollsplittwegen schlecht. Wenn du die Wahl hast, nimm Taschen, die man tragen kann.

Die Rezeption des Natur-Resorts Tripsdrill in einem hölzernen Schäferwagen
Die Rezeption steckt in einem Schäferwagen – hier gibt es Parkschein und Rausfallschutz

Tipp 4: Clever packen – es gibt kaum Schränke

Besonders viele Schränke gibt es nicht, im Obergeschoss gar keine. Die Kleidung bleibt bei uns eher in den Taschen. Wer das vorher weiß, packt gleich so, dass er nicht die ganze Nacht alles umschichtet.

Tipp 5: Nimm ruhig ein Kind mehr mit

In den großen Baumhäusern ist viel Platz für Kinder. Auf unseren Fotos sieht man drei Betten, tatsächlich sind es fünf. Für große Familien – oder wenn Freunde der Kinder mitkommen – ist das ideal, und pro Kopf wird die Nacht dadurch deutlich erträglicher.

Tipp 6: Mit dem Stromberg-Express in den Freizeitpark

Zu Fuß ist es relativ weit. Als Baumhausgast darf man aber die Bahn zwischen Wildpark und Freizeitpark benutzen: Sie fährt alle 20 Minuten und braucht rund 5 Minuten. Für den Freizeitpark-Tag heißt das: Auto stehen lassen, einsteigen, fertig.

Der Stromberg-Express fährt zwischen Wildpark und Freizeitpark Tripsdrill
Mit dem Stromberg-Express geht es in fünf Minuten zum Freizeitpark

Tipp 7: Früh frühstücken und den Wildpark für sich haben

Für das Frühstück in der Sau-Schänke gibt es verschiedene Slots. Nimm den frühen: Wenn du um 7.30 Uhr isst und um 8.30 Uhr wieder im Tierpark bist, streifst du fast allein durch den Wildpark und kannst in Ruhe die Hirsche füttern. Fast allein im Wildpark zu sein war für uns das Beste am ganzen Aufenthalt – und der eigentliche Grund, warum sich die Übernachtung lohnt.

Ein Hinweis dazu: Wir haben wirklich viel Futter verfüttert. Unterm Strich hätte es sich gelohnt, einen Sack Mais oder Hirschpellets selbst mitzubringen.

Tipp 8: Ohne Küche musst du das Essen einplanen

Es gibt eine kleine Kitchenette mit Kaffeemaschine und einen Kühlschrank mit Minibar. Tassen und Gläser sind da, Teller leider nicht. Die Minibar-Preise sind moderat und familienfreundlich – aber gekocht wird hier nicht, und das ist mit hungrigen Kindern nach einem Freizeitpark-Tag eine Planungsaufgabe. Das Frühstück ist mit der Sau-Schänke geregelt – für das Abendessen solltest du dir vorher überlegen, wo du isst oder was du mitbringst.

Tipp 9: Nach dem langen Tag schön warm duschen

Das Bad ist urig und hat eine tolle Dusche mit Extraheizung – zusammen mit der Fußbodenheizung ist das nach einem langen Tag im Wildpark oder im Freizeitpark genau das Richtige. Man schläft in einem Baumhaus, aber man friert nicht darin.

Was kostet der Freizeitpark als Baumhausgast?

Erwachsene Gäste des Natur-Resorts zahlen nur 25 statt 38 € für einen Tagespass. Kinder bis 12 Jahre und Senioren ab 60 Jahren zahlen 23,50 statt 33 €. Bei Mehrtagespässen spart man dieselbe Summe. Für eine Familie holt das einen guten Teil der Übernachtung wieder herein.

Jedes Baumhaus sieht anders aus

Die Häuser haben Namen statt Nummern – Kastanienbleibe, Tannentraum, Erlenreich – und keines gleicht dem anderen. Manche stehen hoch auf Stelzen mit langer Treppe, andere schmiegen sich zwischen die Stämme. Beim Buchen lohnt es sich, auf den Lageplan zu schauen: Je näher am Weg, desto kürzer der Gepäckmarsch.

Unser Fazit: für wen lohnt sich das Baumhaus?

Ja, wenn ihr ein Wochenend-Abenteuer sucht und die Kombination Freizeitpark plus Wildpark reizt. Der Morgen fast allein bei den Hirschen ist etwas, das man so nirgends geschenkt bekommt, und die Häuser sind viel hochwertiger als das Wort „Baumhaus“ vermuten lässt. Mit Kindern ab etwa 6 Jahren ist es entspannt, darunter mit geliehenem Rausfallschutz und einem Haus ohne Innenleiter auch machbar. Für große Familien oder Kinder mit Freunden ist das große Baumhaus mit fünf Kinderbetten ein Glücksfall.

Nein, wenn du eine Woche Urlaub planst. Es gibt kein Schwimmbad, keinen Indoor-Spielplatz und keine Küche – nach zwei Nächten ist das Programm durch. Wer selbst kochen will oder aufs Budget schaut, ist in einem klassischen Ferienpark in Deutschland besser aufgestellt. Und wer am Wochenende anreist, sollte wissen, dass 330 € pro Nacht kein Ausrutscher sind.

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