Es gibt Campingplätze, über die man den ganzen Urlaub lang redet, ohne je dort gewesen zu sein. La Quercia war für uns so einer: Vom Nachbarplatz aus hörten wir immer wieder den Satz „der mit dem großen Sandstrand". Irgendwann haben wir uns einen Nachmittag freigeschaufelt und sind hingefahren. Am 5. Juli 2026, von etwa 15:40 bis 16:50 Uhr, sind wir über das Gelände gelaufen, haben uns alles angesehen und oben am Pool etwas gegessen. Und weil das hier eine Bewertungsseite ist, steht der wichtigste Satz gleich am Anfang: Übernachtet haben wir auf La Quercia nicht. Gewohnt haben wir in dieser Zeit mit Kalli, unserem VW California, auf Piani di Clodia ein paar Kilometer weiter.
Trotzdem geben wir eine Note, und zwar eine gute. Der Nachmittag hat gereicht, um zu sehen, was dieser Platz besonders macht - und wo er gegen den Nachbarn verliert. Wir schreiben hier auf, worauf sich unsere 4,5 Sterne stützen, und genauso deutlich, worauf nicht.
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Ein Nachmittag, keine Übernachtung - worauf unsere 4,5 Sterne fußen
Wir waren am 5. Juli 2026 gut eine Stunde auf dem Platz, an einem sonnigen Samstagnachmittag in der beginnenden Hochsaison. Bewertet ist ausschließlich, was wir in dieser Zeit selbst gesehen, gehört und gegessen haben: Strand und Wassereinstieg, Poollandschaft und Rutschen, Spray Park und Spielplatz, Kinderbetreuung, Wege, Stellplätze, Supermarkt und die Gastronomie am Pool. Nicht bewertet sind die Sanitärgebäude, die Nachtruhe, die Frühstücksversorgung und das Wohnen selbst - dafür müsste man hier schlafen, und genau das haben wir nicht getan. Auch über andere Tage, die Nebensaison oder den Andrang zu anderen Zeiten sagen wir nichts: Wir kennen genau diesen einen Nachmittag.
Ein geplanter Nachmittag zum Anschauen
La Quercia liegt im Ortsteil Bottona, rund einen Kilometer nördlich vom Ortskern von Lazise, direkt am Seeufer. Betrieben wird der Platz von der Familie Russo, ein Familienbetrieb seit 1958 - und das merkt man dem Empfang an: Das Rezeptionsgebäude mit seiner Holzlamellen-Fassade und dem großen Schriftzug sieht aus wie ein Hotel-Entree und nicht wie eine Campingplatz-Schranke.

Der Gesamteindruck des Nachmittags in einem Satz: hochwertig, gepflegt und etwas kleiner als Piani di Clodia. Dieses „etwas kleiner" ist keine Kritik, sondern eine Beschreibung. Man läuft hier weniger, man findet sich schneller zurecht, und die Anlage wirkt geschlossener. Laut Portalangaben liegen rund 670 Stellplätze und mehrere Hundert Mietunterkünfte auf etwa 20 Hektar - für den Gardasee eine ordentliche Hausnummer, gegen den Nachbarn eben trotzdem eine Nummer kleiner.
Der Sandstrand ist der eigentliche Aufhänger
Am Gardasee ist ein Sandstrand keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Bauleistung. Die Ufer sind hier von Natur aus kiesig und steinig, und wer Sand will, muss ihn aufschütten. Genau das ist auf La Quercia passiert - und es ist der Grund, warum wir überhaupt hingefahren sind.
Das Ergebnis hat uns überzeugt: heller, feiner Sand, sauber geharkt, ohne Kiesel am Wasserrand. Wir kennen den kleinen aufgeschütteten Strand auf Piani di Clodia gut, und der direkte Vergleich fällt eindeutig aus: Der Strand hier ist größer, und der Wassereinstieg ist der bessere. Vor den Schirmreihen liegen mehrere Meter freier Sand, und wer ins Wasser geht, geht lange flach hinein - auf unseren Fotos stehen Badende weit draußen noch hüfttief. Für ein zweijähriges Kind, das am Ufer buddeln und dann ein paar Schritte ins Wasser laufen will, ist das eine ganz andere Ausgangslage als ein Kiesufer mit Badeschuh-Pflicht.
Am Strand steht eine Rettungsschwimmer-Kanzel, daneben ein Verleih-Häuschen; Liegen und Schirme kann man mieten. Der Platz selbst nennt seinen Strand rund 6.500 Quadratmeter groß und wirbt damit, es sei der größte Sandstrand am Gardasee - das ist eine Angabe des Platzes, die wir mit dem Zollstock nicht nachgemessen haben. Was wir sagen können: Er ist groß genug, dass an einem Samstagnachmittag Anfang Juli bei bestem Wetter niemand über den Handtüchern der anderen lag.
Die Wasserwelt: Poollandschaft, drei Rutschen, Spray Park
Der zweite Block, für den man hierherkommt, liegt ein Stück oberhalb: eine große, geschwungene Poollandschaft mit blauen Schirmen und breiter Liegewiese, ein zweites Becken mit Massagedüsen, dazu ein eigener Rutschenbereich mit drei Rutschen - zwei Röhren und eine Breitrutsche, alle in ein gemeinsames Auslaufbecken.
Für die Kleinsten gibt es davon getrennt einen „Spray Park": ein knietiefes Rundbecken mit Spritzdüsen, einem Kippeimer und einer kleinen Röhrenrutsche. Genau die Bauart, bei der man mit einem Zweijährigen entspannt danebensteht, statt permanent hinterherzuspringen. Dass Rutschenbereich und Kleinkindbereich hier räumlich auseinanderliegen, ist einer der Punkte, die uns positiv aufgefallen sind - beide Altersstufen kommen sich nicht ständig in die Quere.





Kinderbetreuung: der stärkste Eindruck des Nachmittags
Wenn wir aus diesem Nachmittag eine Sache mitnehmen, dann diese: Die Kinderbetreuung auf La Quercia ist sensationell. Das ist kein Nebensatz, sondern der Punkt, der uns am meisten beeindruckt hat - und uns war er wichtig, weil wir mit einem Zweijährigen und einem Siebenjährigen unterwegs waren und deshalb genau hinschauen, wie ernst ein Platz das Thema nimmt.
Das Kinderprogramm ist nach Altersgruppen aufgeteilt, mit einem eigenen Miniclub für die jüngeren Kinder und einem separaten Angebot für die Größeren. Dazu kommt eine Freiluftbühne, das „La Quercia Theatre", auf der abends gespielt wird. Wie die Shows sind, wissen wir nicht - da waren wir längst wieder auf unserem eigenen Platz.
Draußen, unter Pinien und auf Sand, steht außerdem ein richtig großer Holzspielplatz mit einem Piratenschiff, Kletternetz und Rutsche. Sowas funktioniert für beide unserer Altersstufen gleichzeitig, und genau das ist die Kunst.

An Sport gibt es Tennis-, Fußball- und Padelplätze sowie ein Fitnessangebot unter dem Namen „La Quercia Fitness" mit richtigen Geräten. Alles da - mit einer Einschränkung, die weiter unten noch entscheidend wird.
Die Mobilheime: hier verliert der Platz
Und jetzt der Punkt, der uns ehrlich gestört hat. Die Mobilheime sind stellenweise deutlich älter und weniger luxuriös als auf Piani di Clodia. Man sieht auf dem Gelände zwei Baugenerationen direkt nebeneinander: ältere weiße Einheiten mit aufgespannten Sonnensegeln, und daneben, an gepflasterten Wegen, moderne Mobilheime in Holz und Anthrazit mit großen überdachten Terrassen, Esstisch, Liegen und Gasgrill.

Wer eine der neuen Einheiten erwischt, wohnt hervorragend. Wer eine der älteren bekommt, wohnt spürbar einfacher. Auf Piani di Clodia lag das Niveau nach unserem Eindruck gleichmäßiger. Wer hier ein Mobilheim mietet, sollte deshalb sehr genau auf die Kategorie und die Fotos in der Buchungsmaske schauen - und im Zweifel lieber die teurere Kategorie nehmen. Wie es in den Einheiten von innen aussieht, können wir nicht sagen; wir haben keine von innen gesehen.
Für uns als Camper war das ohnehin nur die halbe Miete. Die Stellplätze liegen unter altem, hohem Baumbestand, teils mit trockenem Rasen an den Gassen, und ein Wohnwagen mit Vorzelt steht dort genauso selbstverständlich wie ein Bus. Für Kalli hätte das gut ausgesehen - aber gestanden haben wir hier eben nicht.
Gegessen haben wir oben am Pool
Zum Nachmittag gehörte auch eine Mahlzeit, und die haben wir oben am Pool genommen, nicht unten im Restaurant. Das Urteil dazu ist schnell erzählt: preislich völlig vertretbar. Keine Abzocke, keine Poolzuschlags-Fantasiepreise, sondern ein Preis, bei dem man nicht überlegt, ob man lieber zurück an den eigenen Kocher geht.
Damit sind wir bei einem Nebenbefund, der auf beiden Gardasee-Plätzen galt und den wir sehr gerne aufschreiben: Man geht auf einem italienischen Campingplatz in ein x-beliebiges Restaurant, bestellt irgendwas - und es schmeckt einfach gut. Das ist kein Zufallstreffer, das war unsere durchgehende Erfahrung.
Das große Restaurant unten mit der komplett aufschiebbaren Glasfront und Blick auf den See haben wir nur von außen gesehen. Es sieht schön aus. Mehr sagen wir dazu nicht, weil wir dort nicht gegessen haben. Am Platz gibt es außerdem einen ordentlich sortierten Supermarkt mit Obstinseln, Backwaren und Kühltheken sowie eine Bar mit Eistheke.




Was ein Aufenthalt kostet - Richtwerte, keine eigene Rechnung
Wir haben auf La Quercia nicht gebucht und können deshalb keine eigene Rechnung vorlegen. Was sich sagen lässt: Portale nennen für einen Stellplatz mit zwei Personen und Strom je nach Saison Richtwerte zwischen rund 30 und 70 Euro pro Nacht, ACSI führt Richtpakete um 91 bis 121 Euro. Der Platz selbst veröffentlicht keine offene Preistabelle, sondern rechnet die Tarife in seiner Online-Buchungsmaske aus. Wer plant, prüft die konkreten Reisedaten also am besten direkt dort - alles andere wäre bei diesen Spannen geraten.
Der Direktvergleich: warum wir trotzdem wieder nebenan buchen
Und damit zu der Frage, die wir uns auf dem Rückweg selbst gestellt haben: Würden wir beim nächsten Mal hierher wechseln?
Die Antwort ist nein - und der Grund ist herrlich konkret. Wir würden wieder Piani di Clodia buchen, wegen der Flutlichtanlage am Fußballplatz. Die gibt es hier nicht. Sportplätze hat La Quercia, aber wenn die Sonne weg ist, ist auf dem Feld Schluss. Auf Piani di Clodia geht das Licht an, und dann wird eben weitergespielt. Für eine Familie, bei der genau das den Abend rettet, ist das kein Detail, sondern das Entscheidungskriterium.
Das ändert nichts daran, dass La Quercia bei zwei Punkten klar vorne liegt: beim Strand, der größer ist und den besseren Wassereinstieg hat, und bei der Kinderbetreuung. Wer seinen Urlaub um den Badetag herum plant und wem der Sandstrand wichtiger ist als das Flutlicht, sollte hier buchen und nicht nebenan. Es ist wirklich eine Frage der Prioritäten, nicht der Qualität.
Unser Fazit
Noch einmal ausdrücklich, weil es zu dieser Note dazugehört: Wir haben Camping La Quercia an einem einzigen geplanten Nachmittag im Juli 2026 besichtigt und dort nicht übernachtet. Unsere 4,5 Sterne sind deshalb keine Bewertung eines Aufenthalts, sondern eines sehr genauen Rundgangs - Strand, Wasserwelt, Spielplätze, Kinderbetreuung, Wege, Stellplätze und die Gastronomie am Pool haben wir selbst erlebt. Sanitär, Nachtruhe, Frühstücksversorgung und das Wohnen selbst haben wir nicht getestet und bewerten sie folglich auch nicht.
Was bleibt, ist ein hochwertiger, angenehm übersichtlicher Familienplatz mit dem besten Sandstrand, den wir am Ostufer gesehen haben, einer starken Wasserwelt für beide Altersstufen und einer Kinderbetreuung, die uns wirklich beeindruckt hat. Der Dämpfer sind die Mobilheime, die stellenweise deutlich älter sind als beim Nachbarn - und das fehlende Flutlicht, das uns am Ende wieder zurück nach Piani di Clodia schicken würde.
Beide Plätze, unsere Freizeitpark-Erfahrungen und alles Weitere zur Reise stehen in der Gardasee-Übersicht.
