Über eine Sache reden wir seit dem Gardasee-Urlaub immer noch: über eine Geisterbahn, durch die man zu Fuß läuft und in der einen echte Schauspieler durch die Dunkelheit jagen. Patrick sagt bis heute, so etwas habe er noch nie erlebt. Nur durfte von unseren beiden Kindern keines mit hinein - denn dieser eine Programmpunkt, der uns am meisten beeindruckt hat, ist erst ab 14 Jahren freigegeben. Genau daran hängt unser ganzes Urteil über Movieland: ein wirklich toller Park, dessen bestes Stück man mit kleinen Kindern nicht sieht.

Wir waren Anfang Juli 2026 einen ganzen Tag dort, mit unseren Jungs im Alter von zwei und sieben Jahren. Movieland gehört zum CanevaWorld-Resort bei Lazise und liegt fünf Gehminuten von unserem Stellplatz auf Camping Piani di Clodia entfernt. Das ist, so unspektakulär es klingt, der halbe Grund für unsere gute Bewertung.

Inhalt dieser Seite

Die Geisterbahn ist ab 14 Jahren - und das ernst gemeint

Das begehbare Geisterhaus ist kein Kinderprogramm. Man läuft zu Fuß hindurch, es ist dunkel, und es spielen echte Schauspieler mit, die einen ansprechen, verfolgen und erschrecken. Der Park gibt die Attraktion ab 14 Jahren frei, und diese Grenze ist keine Formalie: Es ist wirklich gruselig. Wer mit Grundschulkind unterwegs ist, sollte gar nicht erst versuchen, das Kind mitzunehmen - plant lieber ein, dass ein Elternteil hineingeht, während der andere draußen wartet. Genau so haben wir es gemacht.

Fünf Minuten zu Fuß - der eigentliche Luxus

Der Standortvorteil dieser Ecke am Ostufer ist mit Kindern mehr wert als jede einzelne Attraktion: Vom Campingplatz sind es fünf Minuten zu Fuß bis zum Eingang. Wir sind morgens losgelaufen, ohne Auto, ohne Parkplatzsuche, ohne die Diskussion darüber, wer nach einem langen Parktag fährt. Und als der Kleine mittags nicht mehr konnte, sind wir eben kurz zurück zum Platz gegangen. Wer mit einem Zweijährigen schon einmal um 15 Uhr in einem Freizeitpark festgesteckt hat, weiß, was diese Möglichkeit wert ist.

Kassenhäuschen am CanevaWorld-Eingang unter den Schildern Benvenuti und Welcome, davor zwei blaue Pfosten mit Messlatten für 100 und 140 Zentimeter
Nach fünf Gehminuten stehen wir an den Kassen - an den blauen Pfosten davor kleben die Messlatten für 100 und 140 Zentimeter

Weil wir gelaufen sind, können wir zu den Parkplätzen nichts sagen - weder zu den Preisen noch dazu, wie voll es dort wird. Wer mit dem Auto anreist, klärt das besser vorab auf der Park-Website.

Ab welchem Alter lohnt Movieland?

Das ist die Frage, die wir uns vorher gestellt haben, und auf die wir hinterher eine ziemlich klare Antwort haben. Movieland ist ein Film- und Stuntpark, das Programm besteht aus Themenfahrten und Shows - und fast alles davon hat eine Mindestgröße. Für unseren Siebenjährigen war das ein voller, richtig guter Tag. Für unseren Zweijährigen war es das nicht: Er kam bei vielem schlicht nicht mit hinein, und wir haben uns abgewechselt.

Schattiger Spielplatz mit brauner Röhrenrutsche und hölzernem Kletterturm unter hohen Bäumen im Movieland Park, ein Kind steigt in die Rutsche
Zwischen den Fahrgeschäften liegt ein schattiger Spielplatz mit Röhrenrutsche und Kletterturm

Unsere Altersempfehlung aus dem eigenen Tag

Ab 4 Jahren lohnt sich Movieland. Unter 1 Meter Körpergröße gibt es kaum Angebot - da bleibt für ein Kind fast nur Zuschauen. Ab 1,20 Meter macht der Park dann richtig Spaß, weil sich damit deutlich mehr Attraktionen öffnen. Und das absolute Highlight, die begehbare Geisterbahn, ist erst ab 14 Jahren freigegeben. Wer mit einem Kleinkind kommt, sollte sich vorher ehrlich fragen, ob der Tag das Ticket wert ist - oder ob nicht ein Pooltag auf dem Campingplatz die entspanntere Wahl ist.

Missversteht das nicht als Warnung vor dem Park. Es ist eine Warnung davor, ihn mit den falschen Erwartungen zu betreten. Wir haben Movieland mit einem Schulkind sehr genossen; hätten wir nur den Zweijährigen dabeigehabt, wären wir am Nachmittag frustriert gewesen.

Das Highlight: die begehbare Geisterbahn

Und jetzt zu dem Teil, über den wir wirklich reden wollen. Wir kennen Geisterbahnen als Fahrgeschäft: Man setzt sich in einen Wagen, es ruckelt durch ein paar Kulissen, nach vier Minuten ist man wieder draußen. Das hier ist etwas völlig anderes. Man geht zu Fuß durch ein Haus, und in diesem Haus stehen und laufen echte Menschen, die ihre Rolle spielen. Sie reagieren auf einen. Sie kommen näher, als man erwartet. Es ist sensationell gemacht - und tatsächlich auch für Erwachsene ein Erlebnis, kein Kinderspaß mit Nebelmaschine.

Eingang zum Holmes Hotel im Movieland Park: dunkelgrüne Fassade, offene Holztür, roter Teppich im Flur, daneben ein grünes Hinweisschild mit der Altersgrenze
Der Eingang zum Holmes Hotel: Auf dem Schild neben der Tür steht, dass Kinder unter 14 Jahren nicht hinein dürfen - auch nicht in Begleitung

Genau deshalb steht die Altersgrenze auch da, wo sie steht. Wenn ihr als Eltern die Chance habt, euch abzuwechseln: Nutzt sie. Das ist die Attraktion, wegen der wir Movieland weiterempfehlen.

Sauber, gepflegt, angenehm

Was uns über den ganzen Tag positiv aufgefallen ist und was wir bei Freizeitparks nicht selbstverständlich finden: Movieland ist ausgesprochen sauber und gepflegt. Keine überquellenden Mülleimer, keine abgerockten Ecken, keine kaputten Bänke. Man merkt, dass jemand hinter dem Park her ist, und das trägt zur Atmosphäre bei. Der Unterschied dazu ist uns am zweiten Parktag umso deutlicher aufgefallen - dazu steht mehr in unserer Bewertung des Caneva Aquaparks, der direkt nebenan liegt und im selben Ticket steckt.

Zur Saison: Movieland hat nicht ganzjährig geöffnet, und die Termine verschieben sich von Jahr zu Jahr. Wir waren Anfang Juli da, mitten in der Saison. Wer außerhalb der Sommermonate plant, schaut die aktuellen Öffnungstage besser direkt auf der Park-Website nach.

So sah es bei uns aus

Essen: im Park okay, davor nicht

Im Park selbst haben wir gegessen, und das war okay. Nicht schlecht, nicht besonders - okay eben. Wenn wir ehrlich sind: Wir würden immer am Campingplatz essen. Die Restaurants auf Piani di Clodia waren so gut und preislich so fair, dass die Parkgastronomie dagegen keinen Stich hat.

Vor den Parks, auf dem CanevaWorld-Gelände, liegen außerdem drei Restaurants: eine Pizzeria, ein Ritteressen mit Show und ein Burger-Restaurant. Das Burger-Restaurant haben wir getestet. Unser Urteil in einem Satz: Es war es nicht wert. Wer nach dem Parktag noch Hunger hat und fünf Minuten Fußweg vor sich, isst besser am Platz.

Was wir bezahlt haben

Wir haben das Kombiticket für beide CanevaWorld-Parks vor Ort gekauft: 45 Euro pro Erwachsenem, 35 Euro pro Kind. Damit sind Movieland und der Caneva Aquapark abgedeckt. Für Movieland allein fanden wir den Preis in Ordnung - er war sogar einer der Gründe, warum wir uns überhaupt für diesen Park entschieden haben.

Denn den großen Nachbarn, Gardaland, haben wir bewusst ausgelassen. Wir sind nur vorbeigefahren und waren nie drin, deshalb steht hier auch kein Wort darüber, wie es dort ist. Warum wir uns so entschieden haben, erklären wir in unserem Artikel über die Ausflüge rund um Lazise.

Unser Fazit

Movieland ist wirklich toll. Der Park ist sauber, gut gemacht und angenehm zu besuchen, das Preisniveau ging für uns in Ordnung, und die begehbare Geisterbahn mit echten Schauspielern ist das Beste, was wir bisher in einem Freizeitpark gesehen haben. Genau die bekommen Familien mit kleinen Kindern aber nicht zu sehen - und unter einem Meter Körpergröße bleibt vom restlichen Programm auch wenig übrig. Deshalb 4,0 von 5 und nicht mehr.

Unsere Empfehlung ist deshalb eine mit Zahl dahinter: Ab vier Jahren lohnt der Tag, ab 1,20 Meter wird er richtig gut, und mit Jugendlichen ist er ein Selbstläufer. Mit einem Zweijährigen allein würden wir das Ticket sparen und stattdessen an den Pool gehen.

Wie der zweite Park im selben Ticket bei uns abgeschnitten hat, lest ihr in unserer Bewertung des Caneva Aquaparks - die Antwort fällt deutlich anders aus. Der Platz, von dem aus wir zu beiden gelaufen sind, ist Camping Piani di Clodia, und alle unsere Seiten aus dieser Reise stehen in der Gardasee-Übersicht.