Wir sind Ende Juni über den Brenner gefahren, acht Stunden mit Kalli, zwei Kindern (2 und 7) und der festen Absicht, zehn Tage lang genau einen Standort zu haben. Der Standort hieß Camping Piani di Clodia bei Lazise am Südost-Ufer des Gardasees. Was wir vorher nicht wussten: Der teuerste Stellplatz, den wir reserviert hatten, war der schlechteste des ganzen Aufenthalts - und wir haben ihn mitten im Urlaub gegen einen billigeren getauscht. Das ist die Geschichte, die wir hier als Erstes erzählen, weil sie euch am meisten bringt.

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Der teure Platz am See war der schlechtere - unsere Umzugsgeschichte

Reserviert hatten wir in der ersten Reihe direkt am See, für 134 Euro pro Nacht in der Hauptsaison. Das klingt nach dem Jackpot, und der Blick war es auch. Der Rest war es nicht.

Piani di Clodia liegt am Hang. Von der Seereihe ganz unten geht es noch einmal einen Hügel hinunter zum Wasser - und alles andere liegt oben: die Restaurants, der Supermarkt, die Pools, der Bäcker, die Waschhäuser. Das heißt: Man läuft den Berg hoch. Jedes Mal. Mit dem Thule-Anhänger im Schlepptau und einem Zweijährigen, der auf halber Strecke keine Lust mehr hat, ist das mehrmals täglich schlicht nervig. Zum Frühstücksbrot: Berg hoch. Zum Pool: Berg hoch. Zum Abendessen: Berg hoch.

Also haben wir irgendwann getan, was man auf einem so großen Platz eben tun kann: Wir sind selbst losgelaufen und über den Platz gegangen, haben uns die freien Stellplätze angeschaut - und mitten im Platz neu aufgebaut. Zentral zwischen See und Restaurants, mit Strom und Wasser direkt am Stellplatz, für rund 110 Euro pro Nacht.

Unser wichtigster Tipp für Piani di Clodia

Bucht nicht automatisch die erste Reihe am See. Der Platz liegt am Hang, und die Seereihe ist der tiefste Punkt - zu Pools, Restaurants, Supermarkt und Waschhaus geht es von dort jedes Mal bergauf. Ein Stellplatz in der Mitte des Platzes liegt zentral zwischen See und Infrastruktur, kostete uns pro Nacht rund zwanzig Euro weniger und war im Alltag mit Kleinkind deutlich entspannter. Der günstigere Platz war bei uns eindeutig der bessere.

Seitdem war der Urlaub ein anderer. Der See war weiterhin in wenigen Minuten erreichbar, nur eben auch alles andere. Wer mit Kleinkind unterwegs ist, plant den Weg zur Toilette und zum Brot wichtiger als den Seeblick vom Campingstuhl - diese Lektion nehmen wir mit.

Die Stellplätze selbst

An den Plätzen gibt es nichts zu meckern: Sie sind groß und sauber parzelliert, jeder mit eigener Versorgungssäule für Strom und Wasser, viele mit Laubbäumen als Schattenspender. Für einen VW California ist das reichlich Platz - unsere Markise, der Tisch, vier Stühle und zwei Hängematten passten ohne Gerangel drauf. Die Wege sind gut ausgeschildert, jede Zone trägt einen Baumnamen.

Zwei Poollandschaften - eigentlich zwei Wasserparks

Der Grund, warum die Kinder morgens aus dem Bus gefallen sind, liegt links und rechts auf dem Platz: zwei komplette Poollandschaften, beide mit Rutschen. Das ist nicht „ein Becken plus ein Planschbecken", das sind ernsthaft zwei Wasserparks auf einem Campingplatz. Offiziell zählt der Platz sieben Becken sowie sechs große und zwölf kleine Rutschen; gefühlt haben wir sie alle mindestens einmal ausprobiert.

Vierbahnige Breitrutsche und Kurvenrutsche im Wasserpark von Camping Piani di Clodia mit Strohdach-Pavillons
Vormittags war die Breitrutsche noch leer - das ist die beste Zeit, wenn die Großen ohne Warten rutschen wollen

Das eigentlich Bemerkenswerte: Es funktionierte für beide Kinder, für den Zweijährigen und den Siebenjährigen zugleich. Das ist bei einem Altersabstand von fünf Jahren keine Selbstverständlichkeit - meistens ist eine Anlage entweder zu wild für das Kleinkind oder zu langweilig für das Schulkind. Hier gab es das flache Kinderbecken mit Wal- und Fischfiguren, Wasserpilz und Kletterturm für den Kleinen und gleichzeitig die großen Rutschen für den Großen. Beide waren zufrieden, ohne dass wir uns aufteilen mussten.

Kinder allein am Pool? Bei uns hat es nicht geklappt

Ehrlich gesagt, weil man das selten so liest: Unser Siebenjähriger durfte allein an den Pool. Er hat dann trotzdem Mist gemacht, und wir sind am Ende doch mitgegangen. Piani di Clodia ist ein großer Platz, kein überschaubares Plätzchen, auf dem man die Kinder einfach laufen lässt - das muss man wissen, wenn man sich davon eine Stunde Ruhe im Liegestuhl verspricht.

Die Waschhäuser sind der absolute Oberhammer

Wir haben ziemlich viele Campingplätze gesehen, und über Sanitäranlagen schreibt man normalerweise höchstens „sauber". Hier nicht. Die Waschhäuser auf Piani di Clodia sind der absolute Oberhammer: neuwertig, hell, und für die Kinder gibt es eigene Themenbäder - ein Piraten-Kinderbad („Peter Pan Bath") mit Waschbecken in Fässern und Steuerrad an der Kabinentür sowie ein zweites im Dschungel-Thema („Jungle Bath").

Kinderwaschraum Peter Pan Bath auf Camping Piani di Clodia mit Piratenschiff-Relief, Waschbecken in Fässern und Steuerrad an der Kabinentür
Das Piraten-Kinderbad: Waschbecken in Fässern, Steuerrad an der Duschtür - Zähneputzen war plötzlich kein Thema mehr

Wer schon einmal ein müdes Kleinkind abends in einen zugigen Waschraum getragen hat, weiß, wie viel das im Alltag ausmacht.

Der See: Sandstrand ohne Badeschuh-Diskussion

Der Seezugang ist schön. Der Platz hat einen aufgeschütteten Sandstrand mit Schattenbäumen, dazu einen Picknickplatz, einen Kiosk und einen Steg mit Leihbooten - und im Rücken das Bergpanorama des Gardasees.

Die für uns entscheidende Information: Badeschuhe braucht ihr hier nicht. Wir hatten welche dabei, rein vorsichtshalber, und haben sie nicht gebraucht. Mit einem Zweijährigen, der ohnehin lieber barfuß in den Sand rennt, ist das genau die Auskunft, die man vorher haben will.

Fairerweise: Der Sandstrand des Nachbarplatzes ist größer und hat den besseren Wassereinstieg. Wir haben uns Camping La Quercia an einem Nachmittag angesehen, und beim Strand gewinnt La Quercia klar. Trotzdem würden wir wieder Piani di Clodia buchen - warum, steht gleich beim Sport.

Fünf Minuten zu Fuß zu Movieland und Caneva Aquapark

Das ist das stärkste Standortargument des Platzes, und es lässt sich in einem Satz sagen: Von Piani di Clodia sind es fünf Minuten zu Fuß zu Movieland und zum Caneva Aquapark. Kein Auto, keine Parkplatzsuche, keine Parkgebühr, kein Rückweg mit schlafendem Kind auf dem Beifahrersitz. Man geht abends heraus und kommt zu Fuß zurück.

Wir haben beide Parks jeweils einen ganzen Tag gemacht, mit einem Kombiticket, das wir vor Ort gekauft haben (45 Euro für Erwachsene, 35 Euro für Kinder). Kurz gesagt: Movieland war ein Volltreffer, den Caneva Aquapark würden wir nicht wieder besuchen - die ausführliche Begründung steht in den beiden verlinkten Bewertungen. Gegessen haben wir am liebsten wieder auf dem Campingplatz.

Wer über den See hinaus will: Lazise liegt rund drei Kilometer entfernt, wir sind einmal mit dem Auto hingefahren. Es gibt auch einen Shuttle vom Platz ins Zentrum, den wir aber nicht genutzt haben. Was sich mit Kleinkind rund um den Südost-Zipfel lohnt und was nicht, steht in unseren Ausflügen am Gardasee.

Sport - der Grund, warum wir wiederkommen würden

Wenn wir uns entscheiden müssten, warum wir noch einmal genau hierher fahren, wäre es nicht der Pool und nicht der Strand. Es wäre das Sportangebot, und darin ganz vorn der Fußballplatz mit Flutlichtanlage. Abends noch kicken, wenn die Sonne längst weg ist - das ist für Familien mit sportverrückten Kindern ein echtes Argument, und es ist genau der Punkt, an dem der ansonsten sehr schöne Nachbarplatz La Quercia nicht mithält.

Drumherum gibt es Sandtennisplätze mit Flutlicht, einen Padelplatz, Beachvolleyball, Minigolf und ein Fitnessstudio. Man kann hier zehn Tage verbringen, ohne einmal das Auto anzufassen.

Sandtennisplätze mit Flutlichtmasten und blauem Padelplatz auf Camping Piani di Clodia, dahinter der Gardasee und die Berge
Tennis, Padel, dahinter der See: Das Sportangebot ist der Grund, warum wir wiederkommen würden

Essen, Einkaufen, Versorgung

Am Platz gibt es einen Supermarkt und einen Bäcker - alles da, alles gut. Wir mussten zum Einkaufen kein einziges Mal raus.

Die beiden Restaurants haben wir beide getestet. Das günstigere liegt bei 10 bis 12 Euro pro Gericht, das teurere bei 15 bis 20 Euro. Beide waren gut, und die Preise fanden wir fair - man geht am Gardasee auf einem Campingplatz in ein x-beliebiges Restaurant und bekommt einfach ordentliches Essen. Dazu kommt die Poolbar, an der man tagsüber nicht verhungert.

Halligalli oder Ruhe? Eine ehrliche Warnung

Piani di Clodia ist ein Halligalli-Park. Es ist viel los, es gibt Animation, und abends steht schon mal die Schaumkanone auf der Freilichtbühne und pustet eine ganze Kinderschar voll. Unsere Kinder fanden das großartig.

Wer Ruhe sucht, ist hier falsch

Das ist kein stiller Naturcampingplatz und will auch keiner sein. Animation, Schaumparty, volle Pools - wer Erholung mit Stille gleichsetzt, braucht entweder genau die erste Reihe unten am See (die vom Trubel am weitesten weg liegt) oder gleich einen anderen Platz. In der Hauptsaison wird es hier richtig voll. Wir waren Ende Juni da, als hessische Familie also früh dran, und da war noch viel frei.

Camper oder Mobilheim?

Piani di Clodia ist beides: klassischer Campingplatz und Ferienpark. Neben den knapp 900 Stellplätzen stehen mehrere hundert Mietunterkünfte auf dem Gelände, darunter zweigeschossige Mobilheime mit Dachterrasse.

Wir waren mit Kalli da und haben auf einem Stellplatz gestanden - über die Innenräume der Mobilheime können wir deshalb nichts sagen. Von außen machten sie einen modernen, gepflegten Eindruck, spürbar frischer als die Mietunterkünfte, die wir uns nebenan auf La Quercia angesehen haben. Alles andere, worüber wir hier schreiben - Pools, Waschhäuser, Strand, Sport, der Weg zu Movieland -, gilt für Mieter genauso wie für Camper. Nur der Hügel-Hinweis ist für euch nicht ganz so dramatisch: Ihr schleppt keinen Thule-Anhänger, aber der Berg bleibt derselbe.

Zweigeschossige Mobilheime mit Dachterrasse entlang eines Kieswegs auf Camping Piani di Clodia im Abendlicht
Die Mietunterkünfte am Kiesweg - von außen modern und gepflegt, hineingeschaut haben wir nicht

Was kostet Piani di Clodia?

Unsere echten Zahlen aus der Hauptsaison, selbst bezahlt: 134 Euro pro Nacht für den reservierten Stellplatz in erster Reihe am See, rund 110 Euro pro Nacht für den Platz mitten im Gelände, den wir uns danach selbst gesucht haben - inklusive Strom und Wasser am Platz. Der Platz veröffentlicht keine offene Preisliste mehr; verbindlich ist die Buchungsmaske auf der Platz-Website, und der Preis hängt an Kategorie und Aufenthaltsdauer.

Das ist relativ teuer, und das gehört in jede ehrliche Empfehlung. Was man dafür bekommt, sind allerdings zwei Wasserparks, ein Seestrand, ein komplettes Sportzentrum, Vollversorgung am Platz und zwei Freizeitparks in Gehweite. Uns war es das wert - nur eben in der Mitte des Platzes und nicht in der ersten Reihe.

Piani di Clodia ist ein Top-Campingplatz mit wirklich, wirklich vielen Möglichkeiten. Wir würden wieder hinfahren, einfach wegen der Sportmöglichkeiten.

Katharina

So sah es bei uns aus

Unser Fazit

Piani di Clodia ist ein Top-Campingplatz mit wirklich, wirklich vielen Möglichkeiten - und genau das ist auch sein Preis: Es ist laut, es ist voll, es ist nicht billig. Wer am Gardasee Stille sucht, sucht sie woanders. Wer dagegen zehn Tage lang einen Standort will, an dem zwei Kinder mit fünf Jahren Altersabstand gleichzeitig glücklich werden, findet hier eine ziemlich komplette Antwort: zwei Poollandschaften, ein Sandstrand ohne Badeschuh-Diskussion, Waschhäuser, über die man tatsächlich reden kann, Supermarkt und Bäcker vor der Nase, zwei faire Restaurants und zwei Freizeitparks fünf Minuten zu Fuß entfernt.

Wir würden wieder hinfahren - wegen der Sportmöglichkeiten und dem Fußballplatz mit Flutlicht, den es beim ebenfalls sehr schönen Camping La Quercia so nicht gibt. Und wir würden es beim nächsten Mal anders buchen: nicht die erste Reihe am See, sondern mitten hinein. Günstiger, näher an allem, und den See sieht man von dort immer noch.

Alle Plätze, Parks und Ausflüge unserer Gardasee-Woche stehen in der Gardasee-Übersicht.