Es gibt einen Satz, mit dem wir California lange beschrieben haben: ein durchschnittlicher Campingplatz an einer wunderschönen Bucht. 2025 haben wir das nicht abwertend gemeint, sondern nüchtern - der Platz war solide, die Bucht davor war der Grund, herzukommen. 2026 waren wir eine Woche wieder da. Und dieses Mal hat sich das Bild gedreht: Die Bucht ist nicht mehr die, die sie war, und das tägliche Gerangel um die Stellplätze hat uns die Lust genommen. Wir schreiben das hier ehrlich auf, weil beide Jahre wahr sind.
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Was sich 2026 verändert hat - der Strand
Der Strand vor dem Platz hat sich stark verändert. Das Meer hat sehr viel Sand mitgenommen: Gefühlt ist die Strandfläche um fast ein Drittel geschrumpft - und sie war vorher schon nicht groß. Dazu liegt inzwischen sehr viel Seegras am Spülsaum. Die Franzosen vor Ort sagen achselzuckend, Sand komme und gehe. Mag sein. Aber in diesem Ausmaß ist das kein Rauschen mehr, sondern ein spürbarer Verlust: Für einen richtig schönen Badetag muss man heute fast schon in die Nachbarbucht ausweichen.



Die Bucht: der eigentliche Grund - und was 2026 daraus wurde
California liegt direkt an der Bucht von Pinarello und San Ciprianu, rund 10 Kilometer nördlich von Porto-Vecchio. Der Platz hat zwei eigene Strandzugänge - einen nach Süden zur Plage de Pinarello, einen nach Nordwesten zur ruhigeren Plage Villata -, beide mitten in einem Naturschutzgebiet unter Pinien.
2025 war der Strand vor dem Platz genau die Art Strand, für die man mit Kleinkind kommt. Das Wasser war klar und türkis, und vor allem blieb es ewig flach: Wir schätzten damals, dass es 20 bis 25 Meter flach ins Meer hinausging - der Kleine konnte weit rauslaufen und stand immer noch bis zum Bauch, kaum eine Welle. Man konnte entspannt sitzen, statt ständig hinterherzuspringen.
2026 ist von dieser Großzügigkeit ein gutes Stück verschwunden. Der Sand ist weg, das Seegras ist da, und was bleibt, ist ein schmaler Streifen, auf dem in der Hochsaison alle zusammenrücken. Das flache Wasser gibt es noch - aber der Weg dorthin führt über deutlich weniger Strand.

Die Nachbarbucht ist die Rettung
Und jetzt das Gute, denn das gehört genauso dazu: Die Nachbarbucht Richtung Villata und San Ciprianu hat ebenfalls einen kleinen Strand - und ein wunderbares Meer. Das ist wirklich nahezu karibisch. Wer hier ist, sollte da unbedingt hin; das können wir uneingeschränkt weiterempfehlen. Dass man dafür ausweichen muss, ist der Wermutstropfen. Dass es sie gibt, rettet den Badeurlaub.

Es gibt außerdem ein paar Felsen in der Bucht, an denen man mit den Größeren schön schnorcheln kann. Und man merkt, wie schön die Ecke grundsätzlich ist, wenn man tagsüber rausschaut: Draußen ankern regelmäßig die Katamarane, einfach weil es dort so idyllisch ist.
Der Platz: freie Platzwahl - und was sie anrichtet
California hat etwa 100 Stellplätze, locker unter hohe Pinien verteilt. Grob ist die Anlage dreigeteilt: Es gibt eine reine Zeltfläche, einen Bereich für Wohnmobile und Zelte gemischt, und weiter hinten die Bungalows und Chalets. Wir standen 2026 direkt vorne am Strandeingang, in einem kleinen Rondell.
Und genau da liegt das Problem. Die Plätze sind nicht parzelliert, es gibt keine feste Platzzuordnung. In der Theorie klingt das nach Freiheit. In der Praxis ist es ein Zuparken, ein Hauen und Stechen: Neuankömmlinge stellen sich irgendwo dazu - sie müssen sich ja auch irgendwo dazustellen. Und dann fängt jeder an, seinen Bereich mit Wäscheleinen abzuspannen. Wege werden zugebaut, es wird eng, und das führt immer wieder zu Scherereien zwischen den Campern. Das ist keine schöne Geschichte, und es war deutlich unangenehmer, als wir es in der Vergangenheit wahrgenommen haben.

Keine Reservierung - früh da sein
California nimmt für die Stellplätze keine Reservierung an. Die Plätze sind frei wählbar, man meldet sich an der Rezeption. In den Sommerferien heißt das: möglichst früh am Tag anreisen, sonst wird es eng. Und man sollte wissen, worauf man sich einlässt - die freie Platzwahl ist nicht bloß ein bisschen Frust am Anreisetag, sie bleibt den ganzen Aufenthalt über ein Thema. Beachtet außerdem den Mindestaufenthalt von 7 Nächten (6. Juli bis 30. August), und dass Hunde im Juli und August nicht erlaubt sind.
Was trotzdem für den Platz spricht
So sehr uns das Platzgerangel genervt hat - zwei Dinge nehmen wir sehr positiv mit. Erstens: Wir haben sehr, sehr viele nette Leute kennengelernt. Die Camper-Gemeinschaft hier ist herzlich, und daran hat auch das Gedränge nichts geändert.
Zweitens, und das ist für Familien das eigentliche Argument: Der Platz ist klein genug, dass sich 7- und 8-jährige Kinder komplett allein bewegen können. Sie laufen los, sie kommen zurück, und man muss keine Sekunde Angst haben, dass sie sich verlaufen. Diese Freiheit für die Kinder - und die Ruhe für die Eltern - ist auf einem großen, unübersichtlichen Resortplatz nicht zu haben.
Die Aufteilung ist schnell erklärt: Die Camper- und Zeltstellplätze mit Stromanschluss liegen im westlichen und nördlichen Teil Richtung Strand, die Chalets und Mobilheime im Ostteil unter den Bäumen - mit eigener Zufahrt und eigenem Parkplatz. Dazwischen liegen Rezeption, Restaurant und der große zentrale Parkplatz.

Essen und Versorgung
Beim Restaurant sind wir zwiegespalten - und zwar in beide Richtungen. Können tun sie was: Die Pizza ist gut, und auch sonst wird ordentlich gekocht. Aber es ist überverhältnismäßig teuer, und das Personal ist nicht besonders freundlich. Um sich mal eine Pizza zu holen oder einmal essen zu gehen, ist es in Ordnung. Mehr aber auch nicht - 3 von 5 Sternen. Wir haben uns die meiste Zeit selbst verpflegt und am Platz gekocht.
Richtig gut ist dagegen der kleine Laden am Platz: Er ist klein, hat aber alles Nötige - und vor allem tolle Brot- und Backwaren, unser Brot haben wir dort regelmäßig gekauft. Den großen Wocheneinkauf erledigt man trotzdem besser in Porto-Vecchio.

So ruhig der Platz ist - ein Animations-Resort ist er bewusst nicht -, an Beschäftigung fehlt es trotzdem nicht. Für die Kinder gibt es einen Spielplatz, Tischtennis, Billard und Tischkicker sowie ein kleines Multisport-Feld (City-Stade). Sportlicher wird es mit Tennis, Beachvolleyball, Boule, einem Fitnessbereich und einem kleinen Sportraum. Direkt am Strand sitzt außerdem eine Wingfoil-Schule - für größere Kinder und Eltern, die mehr wollen als Sandburgen, ein schöner Bonus.
Eine starke Basis für den Süden
Was unverändert stimmt: Von California aus lässt sich der ganze Süden Korsikas gut erkunden. Tagesausflüge nach Bonifacio, an die Postkartenbucht von Rondinara oder nach Porto-Vecchio sind alle machbar, abends ist man wieder am Platz. Wer California vor allem als Standort begreift und den Strand als Zugabe, wird mit der Lage weiterhin glücklich.
Süd-Korsika ab California
Wer von hier aus den Süden machen will: Bonifacio mit der Altstadt auf der Klippe ist atemberaubend, mit Kleinkind aber anstrengend - Trage statt Buggy mitnehmen. Die Bucht von Rondinara ist traumhaft, der Weg vom dortigen Campingplatz zum Strand dafür mühsam. California als ruhige Basis und von hier aus auf Tour zu gehen, hat für uns gut funktioniert.
Was kostet California?
Ein Stellplatz für den Camper mit zwei Personen und Strom kostet in der Hauptsaison rund 44,50 Euro pro Nacht, die Zelt-Variante eher um die 56,50 Euro (Stand 2025, Richtwerte - die genauen Tarife stehen auf der Platz-Website). Mobilheime starten bei etwa 1.470 Euro pro Woche. Billig ist das nicht. Und mit dem geschrumpften Strand fällt es noch schwerer als vorher, den Preis zu rechtfertigen: Man bezahlt hier für die Lage, und die Lage hat 2026 an Substanz verloren.
“Ein durchschnittlicher Campingplatz an einer wunderschönen Bucht - das war unser Satz. Die Bucht war der Grund zu kommen. Der geschrumpfte Strand und das tägliche Gerangel um die Plätze sind jetzt der Grund zu gehen.
”
So sah es bei uns aus







Unser Fazit
Wir kommen nicht wieder - und das schreiben wir ohne Groll. California ist kein schlechter Platz. Die Pinien, der kleine Laden, die netten Leute, die Freiheit für die Kinder: Das alles stimmt weiterhin. Aber die beiden Dinge, die den Ausschlag geben, haben sich gegen uns gedreht. Der Strand ist deutlich kleiner geworden, und das ständige Hauen und Stechen um die Stellplätze macht einen Urlaub, der eigentlich entspannt sein soll, anstrengend. Beim nächsten Mal probieren wir andere Campingplätze aus.
Wem der Strand vor der Tür weniger wichtig ist als der Standort, wer früh anreist und wem das Gedränge nichts ausmacht, der findet hier trotzdem eine gute Basis für den Süden - und sollte unbedingt die Nachbarbucht Richtung San Ciprianu ansteuern. Das ist die schönste Nachricht, die wir aus diesem Jahr mitbringen.
Den anderen flachen Familienstrand der Ostküste findet ihr in unserer Bewertung zu Camping San Damiano bei Bastia. Alle Plätze und unsere komplette Route stehen in der Korsika-Übersicht.
