Campoloro ist einer der Plätze, an denen wir wirklich vor Ort waren - und trotzdem nicht übernachtet haben. Wir wollten bleiben, hatten uns auf dem Gelände schon einen Platz ausgeguckt, und dann kam der Dämpfer: Ohne Reservierung dürften wir nicht auf die guten Plätze, hieß es an der Rezeption. Also sind wir weitergefahren. Deshalb hier ein erster Eindruck vor Ort statt einer vollen Zelt-Bewertung - und eine Lektion, die wir uns fürs nächste Mal gemerkt haben. Der Platz liegt bei Prunete unterhalb von Cervione, mitten an der langen, flachen Ostküste zwischen Bastia und Porto-Vecchio, und ist für uns ein echter Geheimtipp für einen bequemen Familien-Standort.

Lage: flache Ostküste, direkter Strandzugang

Der Platz liegt in einem bewaldeten Park direkt hinter dem Strand, mit eigenem Zugang zu einem kilometerlangen, fast wilden Sandstrand. Genau das macht die Ostküste für uns mit dem Kleinen so attraktiv: Der Sand ist fein, das Wasser fällt sehr flach ab, und man muss keine kurvige Bergstraße fahren, um hinzukommen. Die Anfahrt über die flache Küstenebene ist mit Kalli, unserem VW California, deutlich entspannter als die Serpentinen im Landesinneren.

Auf einen Blick

Cervione/Prunete an der Ostküste, 5-Sterne-Ferienpark mit rund 225 Stellplätzen und etlichen Mietunterkünften. GPS ca. 42.31659, 9.54603. Geöffnet etwa April bis Oktober. Großer Pool-Bereich mit Rutschen und Planschbecken, Restaurant am Meer, Bäckerei und Épicerie am Platz.

Für wen der Platz passt

Campoloro ist ein wirklich hochwertiger Platz mit ausgeprägtem Ferienparkcharakter - eine Mischung aus Ferienpark mit Bungalows und klassischen Stellplätzen, das Gegenteil der naturnahen, ursprünglichen Plätze wie U Rosumarinu in den Bergen. Es gibt Restaurants, eine Beachbar, einen großen Swimmingpool und sogar Riesenrutschen - ein kleines Ferienuniversum, in dem man mit Kindern gut mehrere Tage verbringt, ohne dass Langeweile aufkommt. Für uns ist der Platz ein echter Geheimtipp: viel Komfort, ohne dass er überlaufen wirkt. Wer mit kleinen Kindern reist und sich einen bequemen Standort mit flachem Strand, Pool mit Rutschen und kurzen Wegen wünscht, ist hier goldrichtig. Der große Pool-Bereich mit eigenem Planschbecken ist gerade an den Tagen Gold wert, an denen das Meer zu windig ist.

Wer dagegen den stillen, ursprünglichen Naturplatz sucht, wird sich am Resort-Charakter reiben - hier ist mehr los, mehr Animation, mehr Betrieb. Das ist keine Kritik, sondern eine Frage des Typs: Campoloro ist Komfort und Trubel, nicht Abgeschiedenheit.

Unbedingt vorher reservieren

Unsere wichtigste Lektion an diesem Platz haben wir gleich am Eingang gelernt. Wir waren da, wir wollten bleiben, wir hatten uns sogar schon einen Platz ausgesucht - und dann hieß es an der Rezeption, ohne Reservierung kämen wir nur noch ganz weit nach hinten. Auf die guten, strandnahen Plätze durften wir nicht. Also sind wir schweren Herzens weitergefahren.

Ohne Reservierung nur die hinteren Plätze

In der Hochsaison unbedingt früh reservieren - ruhig sechs Monate oder mehr im Voraus. Wer spontan ankommt, bekommt (wenn überhaupt) nur noch die Plätze ganz weit hinten: weiter Weg zum Strand, weiter Weg zu den Waschhäusern und den Einrichtungen. Genau das ist uns passiert, deshalb sind wir am Ende gar nicht geblieben.

Was uns aufgefallen ist

Der Strand ist der große Trumpf: lang, flach, feinsandig - für ein Kleinkind, das am Wasserrand buddeln und planschen will, kaum besser vorstellbar. Der Preis zieht im Hochsommer allerdings ordentlich an; für einen großen Camper mit vier Personen kann eine Augustnacht Richtung 100 Euro gehen. In der Nebensaison sieht das freundlicher aus. Und wie überall in der flachen Küstenebene der Ostküste sollte man auf Mückenschutz achten.

Unser Zwischenfazit

Für uns ist Campoloro ein heißer Kandidat für einen künftigen bequemen Standort-Aufenthalt an der Ostküste - flacher Strand, Beachbar, Pool mit Riesenrutschen, Restaurants, kurze Wege, alles da und dabei hochwertig statt überlaufen. Übernachtet haben wir hier trotzdem noch nicht: Wir waren vor Ort, wollten bleiben und sind mangels Reservierung wieder weitergefahren. Deshalb sparen wir uns bewusst die Zelt-Note und tragen sie nach, sobald wir selbst hier standen - dann aber mit rechtzeitig gebuchtem Platz weiter vorne.

Ähnlich flache, kleinkindfreundliche Strände findet ihr in unseren Erfahrungen zum Camping San Damiano weiter nördlich - und zum Camping California bei Pinarello, dessen Strand 2026 allerdings stark geschrumpft ist. Alle Plätze und unsere komplette Route stehen in der Korsika-Übersicht.