Es gab auf dieser Reise einen Platz, dessen Namen wir monatelang falsch hatten. Wir nannten ihn „Camping De Krim", weil überall De Krim draufsteht – auf dem Hauptgebäude, auf den Flaggen, auf den Schildern. Richtig heißt er Camping Kogerstrand, er liegt in De Koog an der Westküste von Texel, und der Ferienpark De Krim, den wir am selben Tag besucht haben, liegt an der Nordspitze bei De Cocksdorp. Zwei Plätze, ein Betreiber, derselbe Name auf der Fassade – deshalb steht die Klarstellung ganz oben.
Wir waren am 1. April 2026 da, an unserem Texel-Tag von Landal Ooghduyne in Julianadorp aus. Kogerstrand war einer von vier Plätzen, die wir uns an diesem Tag angesehen haben.
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Ein Nachmittag, keine Übernachtung – und eine dünne Bildlage
Wir haben auf Kogerstrand nicht übernachtet und in keine Unterkunft von innen geschaut. Auch die Bildlage ist dünn: Unsere Fotos zeigen Empfang, Gebäude, Indoor-Spielplatz und die Stellplatzfelder aus der Distanz – kein einziges Bild von den Mietunterkünften, den Sanitärgebäuden oder vom Strand. Nicht beurteilbar sind deshalb Sanitär, Nachtruhe, Sauberkeit der Zelte und Tiny Houses, Belegung in der Hauptsaison und alles, was man erst nach der zweiten Nacht merkt. Beurteilbar sind Lage, Wege, Größe, Spielbereiche und Gesamteindruck – darauf stützen sich unsere drei Zelte.
De Krim führt vier Campingplätze auf Texel – das muss man einmal sortiert haben
Die Auflösung, warum uns derselbe Name an zwei Enden der Insel begegnet: De Krim Texel betreibt laut eigener Übersicht vier Campingplätze.
| Platz | Ort | kurz |
|---|---|---|
| Camping De Krim | De Cocksdorp (Nordspitze) | im Ferienpark, ganzjährig geöffnet |
| Camping Kogerstrand | De Koog (Westküste) | dieser hier, Dünenplatz am Strand |
| Camping Loodsmansduin | Den Hoorn (Süden) | Dünenplatz mit Freibad |
| Camping De Shelter | De Koog | klein und ruhig, ganzjährig geöffnet |
Gesehen haben wir davon zwei: den Ferienpark im Norden und Kogerstrand hier im Westen. Über Loodsmansduin und De Shelter sagen wir nichts, wir waren nicht dort. Zwischen den beiden, die wir kennen, liegen laut Routing rund 10,8 Kilometer Straße, gute 15 Minuten Fahrt.




Die Lage ist das eigentliche Argument
Kogerstrand liegt in den Dünen, eine Dünenreihe vom Nordseestrand entfernt, und der Grund gehört nicht dem Betreiber, sondern Staatsbosbeheer – der Forstverwaltung, die auch den Nationalpark Duinen van Texel verwaltet. Das sieht man: autoarm angelegt, Stellplätze in Senken und Dünentälern statt auf einer Fläche, dazwischen Bewuchs statt Baumarkthecke.
Kleine Unschärfe am Rande: Der Betreiber schreibt, der Platz grenze an den Nationalpark; VVV Texel und die Wikipedia-Gebietsliste führen ihn als Fläche im Nationalpark. Wir geben beides so wieder, wie es dasteht.
Und dann die Zahl, über die man in jedem Reiseportal stolpert: 900 Stellplätze. Sie stammt vom Betreiber, steht aber nur im Fließtext seiner deutschen Seite – die eigene Faktenbox nennt 691 touristische Plätze, die ANWB 757 plus 220 Jahresplätze. Die 900 sind eine gerundete Gesamtzahl, keine Zahl buchbarer Urlauberplätze. Unstrittig: 52 Hektar, rund 2,5 Kilometer lang.



Leicht zu übersehen: Kogerstrand ist ein Saisonplatz, für 2026 nennt der Betreiber 26. März bis 24. Oktober. Unser Besuch am 1. April fiel in die erste Saisonwoche – wir haben den Platz im frühen Frühjahr gesehen, nicht im Juli. Wer im Winter auf Texel campen will, muss auf Camping De Krim oder De Shelter ausweichen.
Der Indoor-Spielplatz: gut, aber nicht der, von dem alle reden
Jetzt der Punkt, der uns selbst durcheinandergebracht hat. Beide Plätze haben einen Indoor-Spielplatz, und wir fanden den hier ordentlich – ein mehrstöckiges Klettergerüst mit Netzen und Rutschen, daneben Spielautomaten, gut für eine Aprilstunde.
Aber: Er ist deutlich kleiner als der im Norden und im Wesentlichen Kunststoff. Der sensationelle Teil steht nicht hier. Im Ferienpark De Krim an der Nordspitze steht ein Indoor-Holzspielplatz, wie wir ihn fast nirgends gesehen haben – auf einem Niveau, das wir sonst nur von Center Parcs Erperheide kennen. Wenn irgendwo steht, De Krim sei ein Geheimtipp für Familien mit großem Indoor-Spielplatz: Das meint den Park im Norden.
Es gibt sogar eine Erklärung, und sie steht beim Betreiber selbst. Als das Spielparadies im Ferienpark De Krim Anfang 2019 umgebaut wurde, wurden die alten Spielgeräte nach Kogerstrand verlegt und dort zu einem neuen Indoor-Bereich zusammengesetzt. Was hier steht, ist die Vorgängergeneration – keine Kritik, sondern die Vorgeschichte.



Tipp 1: Der Indoor-Spielplatz kostet laut Betreiber keinen Eintritt – ausdrücklich auch für Leute, die nicht auf dem Platz wohnen. Angegeben sind täglich 10 bis 17 Uhr, gedacht für Kinder von 2 bis 10 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen (Stand August 2026). Wer in De Koog Urlaub macht und einen verregneten Nachmittag überbrücken muss, hat hier also eine kostenlose Adresse – egal, wo er übernachtet.
„Das ist eher ein Campingplatz"
Wenn wir Kogerstrand in einen Satz packen sollen, dann in diesen – und genau das zählt bei einer Texel-Buchung. Die anderen Plätze dieses Tages sind Ferienparks mit Programm. Kogerstrand ist ein großer, gut gelegener Campingplatz mit Restaurant, Empfang, Waschsalon und Spielbereichen; Schwimmbad, Bowling, Lasergame und Minigolf weist der Betreiber für ihn nicht aus. Das hängt alles am Ferienpark im Norden.

Dazu gehört die unspektakuläre Seite: Zufahrten, Container, Wirtschaftswege. Kein Makel, sondern das, was 52 Hektar Betrieb brauchen – wir zeigen es, weil Anbieterfotos diese Ecken nie zeigen.

Tipp 2: Der Trumpf dieses Platzes ist nicht die Ausstattung, sondern die Adresse. Bis ins Ortszentrum von De Koog sind es laut Betreiber rund 500 Meter: Wer hier steht, läuft zum Supermarkt, zum Eis und zum Abendessen und muss dafür nicht ins Auto. Auf Texel ist das mehr wert als eine Bowlingbahn.

Tipp 3: Bucht nicht auf eine einzelne Traumnote hin. Die Betreiberseite führt 9,1 von 10, die ANWB dagegen 8,7 aus 40 Bewertungen – mit Preis/Leistung 4,2 –, und Zoover listet den Platz gleich zweimal, mit 9,5 und mit 7,1 (Stand August 2026). Wir mitteln das nicht: Die Urteile streuen hier deutlich, und Preis-Leistung ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden.
Für wen sich Kogerstrand lohnt – und für wen nicht
Passt, wenn ihr mit Wohnmobil, Camper oder Wohnwagen kommt, in den Dünen stehen wollt, Strand und Ort zu Fuß erreichen möchtet und mit dem zufrieden seid, was ein Campingplatz bietet.
Passt nicht, wenn ihr wegen des großen Indoor-Spielplatzes anreist – dann fahrt in den Norden zum Ferienpark De Krim, von De Koog aus eine Viertelstunde. Und nicht, wenn ihr ein Schwimmbad auf dem Platz braucht: Ein paar Hundert Meter weiter liegt der Landal Kustpark Texel, der eins hat – dessen Gesamtangebot uns dafür deutlich weniger überzeugt hat.
Anbieter und Buchung – ohne Partnerlink
Camping Kogerstrand, Badweg 33, 1796 AA De Koog, gehört zum Betreiber De Krim Texel; Informationen und Buchung laufen über dessen Website krim-texel.de (deutsch) beziehungsweise krim.nl. Wir setzen hier bewusst keinen Link: Für De Krim gibt es kein Partnerprogramm, und einen Ersatzlink zu irgendeinem anderen Anbieter bauen wir nicht, nur damit ein Button dasteht. Preise nennen wir ebenfalls keine – wir haben nicht gebucht, verbindliche Tarife gibt nur die Buchungsmaske des Platzes.
Und lohnt sich Texel dafür überhaupt?
Ehrliche Antwort, und sie gilt für alle vier Plätze dieses Tages: Texel ist etwas für Texel-Liebhaber. Für die meisten Familien tut es Julianadorp auf dem Festland genauso – von dort fährt man einen Tag herüber und hat mit De Krim ein tolles Ziel. Die Fähre muss man wollen: Reservieren mussten wir nicht, wir sind im Auto sitzen geblieben, alles unproblematisch – rund 60 Minuten für den ganzen Vorgang sollte man trotzdem einplanen.
Wie wir den Tag gelegt haben, steht im Texel-Guide, die ganze Osterroute in der Oster-Rundreise durch Holland und alle Plätze dieser Reise im Camping-Hub für Holland.
