Korsika liegt für uns hinter einem letzten großen Schritt: dem Meer. Man kann noch so entspannt durch Italien gerollt sein - irgendwann steht Kalli, unser VW California, mit dem Rest der Familie in der Warteschlange am Fährhafen, und vor uns liegt die Überfahrt. Genau diese Anreise ist der Teil, bei dem wir am meisten dazugelernt haben. Hier erzählen wir, wie wir es machen: über welchen Hafen wir fahren, warum wir fast immer die Nachtfähre mit Kabine nehmen - und was wir übers Schlafen an Deck gelernt haben.
Warum wir über Savona fahren
Die meisten steuern von Süden kommend Genua an, weil es der große, bekannte Fährhafen ist. Wir sind inzwischen dazu übergegangen, stattdessen ein Stück weiter nach Savona zu fahren, von wo aus die gelben Schiffe von Corsica Ferries übersetzen. Zeitlich macht das kaum einen Unterschied - man ist fast genauso schnell da -, aber Savona ist deutlich übersichtlicher als Genua. Der ganze Hafen ist kleiner, man findet sich sofort zurecht, und der Ort selbst ist einfach netter, um dort die letzten Stunden vor der Abfahrt zu verbringen.
In Hafennähe gibt es einen kleinen Stellplatz, auf dem man vor der Überfahrt übernachten kann - praktisch, wenn man abends ankommt und morgens ausgeruht aufs Schiff will. Und weil man mitten im Ort ist, kann man vorher noch gemütlich essen gehen, statt auf dem Parkplatz zwischen den Lkw zu warten. Unsere Erfahrung: Von Savona aus kommt man oft auch früher auf die Fähre, weil es schlicht ruhiger zugeht.
Nachtfähre und Kabine
Ein Missverständnis wollen wir gleich aufräumen: Die Nachtfähren fahren auch ab Italien - also ab Savona oder Genua. Es ist nicht so, dass Italien immer die Tagfahrt und Frankreich immer die Nachtfahrt bedeutet. Ob es eine Tag- oder Nachtüberfahrt wird, hängt an der konkreten Verbindung und am Zielhafen, nicht am Abfahrtsland.
Wir buchen meistens die Nachtfähre ab Savona und nehmen eine Kabine für zwei Personen. Das klingt eng für eine Familie, ist es aber nicht - hier kommt unser kleiner Trick.
Unser Tipp - eine Kabine für alle
Wir buchen eine 2-Personen-Kabine und packen Luftmatratzen ein. Die Erwachsenen schlafen in den Betten, auf dem Kabinenboden liegen die Luftmatratzen für den Rest der Familie. So schläft man zusammen in einem ruhigen, dunklen Raum, ohne für jedes Familienmitglied ein eigenes Bett bezahlen zu müssen. Gerade mit Kind ist die Kabine für uns das Geld wert - man kommt ausgeschlafen auf Korsika an, statt schon vor dem ersten Strandtag durchgerüttelt zu sein.


Wer an Deck schlafen will
Es geht auch ohne Kabine, und viele machen es so: mit Luftmatratze oder Isomatte an Deck. In lauen Sommernächten liegt das halbe Schiff draußen, stellenweise ganze Jugendgruppen, die noch bis spät musizieren. Das hat durchaus Lagerfeuer-Charme - man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt.


Licht an Deck und früh an Bord
Das Licht an Deck geht nie ganz aus - für die Sicherheit an Bord bleibt es die ganze Nacht an. Wer draußen schlafen will, sucht sich am besten eine ruhigere, dunklere Ecke abseits der hell beleuchteten Bereiche. Und noch ein Tipp: Wenn möglich als Fußgänger statt im Auto an Bord gehen. Dann ist man früher oben und kann sich die besseren Bänke und geschützteren Plätze sichern, bevor sie weg sind.
Welcher Hafen: Bastia oder Ajaccio
Wo man auf Korsika ankommt, entscheidet mit, wie viel Insel man am Anfang noch fahren muss. Von Italien aus landet man in Bastia, im Nordosten. Viele Reisende kommen genau bis hierher und fahren dann die Ostküste nach unten - das ist die klassische, unkomplizierte Route, und die flache Ostküste ist mit Kind ohnehin ein guter Einstieg.

Es gibt aber eine Alternative: Die Fähren aus Frankreich fahren unter anderem Ajaccio an, an der Westküste etwa auf Höhe der Inselmitte. Wer von dort startet, spart sich das Stück Anreise die Westküste hinunter und ist gleich mittiger auf der Insel. Auf dieser Strecke fahren neben Corsica Ferries auch Corsica Linea und La Méridionale - überwiegend als Nachtfähren. Ob Bastia oder Ajaccio besser passt, hängt also schlicht davon ab, wohin es auf der Insel gehen soll. Konkrete Fahrzeiten und Preise ändern sich je nach Saison ständig - die prüft man am besten direkt bei der Reederei vor der Buchung.
Und dann: reservieren nicht vergessen
Die Fähre ist gebucht, der Hafen steht fest - jetzt fehlt noch das Ziel auf der Insel. Und da gilt für uns die wichtigste Lehre gleich doppelt: Beliebte Campingplätze sind in der Hauptsaison schnell voll, also lieber früh reservieren. Für die besten Plätze buchen wir inzwischen weit im Voraus.
Wo wir mit Kalli überall standen und welcher Platz zu welchem Reisetyp passt, steht in unserer Korsika-Übersicht. Für den Norden ist San Damiano bei Bastia unser Tipp mit flachem Strand. Für den Süden haben wir lange auf Camping California an der Bucht von Pinarello gesetzt - warum wir dort inzwischen nicht mehr hinfahren, steht in unserer Bewertung. Und wer die Insel wie wir mit dem Bus erkundet, findet unsere gesammelten Erfahrungen unter Korsika mit dem VW California.
